Wann angeln
Angeln bei Regen: wann es lohnt und wann nicht
Leichter Regen ist oft gute Angelzeit, Gewitter nie. So liest du Regen, Trübung und Pegel und weißt, wann du einpackst.
Bereiche im Guide: Angeln lernen: Angeln bei Regen

Warum Regen beim Angeln hilft
- Weniger Licht. Wolken und Regen dämpfen das Licht, Raubfische jagen länger, als hätte die Dämmerung früher begonnen.
- Unruhige Oberfläche. Tropfen und Wind brechen das Bild von oben, Fische werden weniger scheu, auch im Flachen.
- Futter wird eingespült. Zuläufe, Gräben und Ufer spülen Würmer, Insekten und Kleinfisch ins Wasser. Dort stehen oft die Fische.
- Abkühlung im Sommer. Nach heißen Tagen bringt ein Schauer frischeres Wasser, Karpfen und Forelle werden wieder aktiver.
Erfahrungswerte und Faustregeln, keine Messreihe.
Wo du bei Regen angelst
- Zuläufe und Gräben
- Die erste Adresse: Hier kommt Futter an, dazu sauerstoffreiches Wasser. Am Rand der Trübungsfahne stehen Barsch und Forelle.
- Windufer
- Wind und Regen treiben Futter ans Ufer, auf das der Wind steht.
- Flüsse bei steigendem Wasser
- Steigt der Fluss leicht und trübt ein, ist das klassische Aal- und Welszeit, vor allem abends. Hecht und Barsch suchen ruhige Buchten und Hafenbecken.
- Flaches Wasser
- Bei Nieselregen trauen sich Fische näher ans Ufer, also auch kurz vor den Füßen fischen.
Köder für trübes Wasser
Je trüber das Wasser, desto mehr jagen Fische über die Seitenlinie und den Geruch statt mit den Augen. Köder mit Druckwelle (Spinner, Spinnerbait, Wobbler mit Rassel, Gummifisch mit großem Schaufelschwanz), kräftiger Kontrast (dunkel oder grell) und langsame Führung. Im Ansitz: Wurm und Tauwurm, Köderfisch, beim Karpfen stark duftende Köder.
Starkregen und Hochwasser: Pegel prüfen
Steigt ein Fluss schnell und wird braun, beißt es meist schlecht, und die Ufer werden rutschig und unterspült. Prüf vorher den Pegel an deinem Gewässer und halte Abstand von Abbruchkanten. Unsere Karte zeigt die Pegel mit aktuellem Wasserstand.
Gewitter: sofort einpacken
Am Wasser bist du oft der höchste Punkt, und eine Rute verlängert dich. In den USA starben von 2006 bis 2019 laut Wetterdienst 418 Menschen durch Blitzschlag, 40 davon beim Angeln, mehr als bei jeder anderen Freizeitaktivität.
- Donner hören heißt gehen. Gefährlich ist ein Gewitter typischerweise schon in rund 10 km Entfernung.
- Rute ablegen, weg vom Wasser. Boot sofort an Land, Schirm zu, Metall und Rute zurücklassen, ins Auto oder in ein festes Gebäude.
- Im Freien überrascht: In die Hocke, Füße zusammen, Arme um die Knie, möglichst in einer Mulde. Nicht in der Gruppe stehen, zu anderen mindestens einen, besser drei Meter Abstand.
- 30 Minuten warten. Erst zurück ans Wasser, wenn eine halbe Stunde lang kein Donner mehr zu hören war.
Quellen: NWS, Jensenius 2020: Lightning Deaths 2006-2019 · VDE Ausschuss für Blitzschutz 2018
Kleidung und Ausrüstung
Wasserdichte Jacke und Hose, Mütze oder Kapuze, rutschfeste Schuhe. Ein Angelschirm hält Köder und Fangbuch trocken, aber nur ohne Gewitter. Handy in eine Hülle, Rolle nach dem Regen abtrocknen.
Kurz gefragt
Beißen Fische bei Regen?
Oft ja, vor allem bei Nieselregen und bedecktem Himmel: Weniger Licht und eine unruhige Oberfläche machen viele Raubfische mutiger. Starkregen mit trübem Hochwasser bremst dagegen meist.
Welche Köder nehme ich bei Regen?
In trübem Wasser Köder mit Druckwelle, Rassel oder Geruch und kräftigem Kontrast, also dunkle oder grelle Farben. Im Ansitz Wurm und Tauwurm an Zuläufen.
Darf ich bei Gewitter angeln?
Nein. Sobald du Donner hörst, Rute einpacken und das Wasser verlassen. Erst wieder ans Wasser, wenn eine halbe Stunde lang kein Donner mehr zu hören war.
Ist Angeln nach dem Regen gut?
Oft, wenn das Wasser leicht angetrübt ist und wieder fällt. Zuläufe und Gräben bringen dann Futter. Bei braunem Hochwasser lieber warten, bis es sich klärt, und vorher den Pegel prüfen.
Du weißt mehr?
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