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Fischart

Europäische Sprotte

Kleiner, silberner Schwarmfisch aus der Familie der Heringe, englisch European sprat, auch Sprott oder Brisling. Als Kieler Sprotte bekannt und für Angler vor allem ein Köderfisch, der im Herings-Paternoster mit an den Haken geht.

Sprattus sprattus

Europäische Sprotte (Sprattus sprattus) in Seitenansicht

Foto: Hans Hillewaert, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, auf 3:2 gebracht

Laichzeit
Manche Sprotten laichen fast das ganze Jahr, vor allem aber im Frühjahr und Sommer, küstennah oder bis 100 km vor der Küste in 10 bis 20 m Tiefe; jedes Weibchen gibt 6.000 bis 14.000 schwebende Eier ab (FishBase, deutsche Wikipedia). In Ostsee und Nordostatlantik Höhepunkt April bis August, im Mittelmeer Dezember bis April (englische Wikipedia). Geschlechtsreif nach etwa zwei Jahren (deutsche Wikipedia), mittlere Länge bei der ersten Reife 10,1 cm (FishBase).
Typische Methode
Herings-Paternoster mit kleinen Haken von Molen und Brücken (Faustregel)
Top-Köder
Herings-Paternoster mit kleinen Glitzerfliegen
Angeltag auf Europäische Sprotte planen

So erkennst du ihn

Verwechslungsgefahr: Junge Heringe sehen sehr ähnlich aus; bei der Sprotte beginnen die Bauchflossen unter oder vor der Rückenflosse (englische Wikipedia), beim Hering dahinter, und der Hering hat einen glatteren Bauch (Faustregel). Vor Südeuropa ähneln Sardine und Sardelle (Faustregel).

So fängst du ihn

Methoden: Herings-Paternoster mit kleinen Haken von Molen und Brücken (Faustregel), Sbirolino oder kleine Pose mit Mini-Paternoster, wenn Schwärme an der Oberfläche stehen (Faustregel), Senke oder Köderfischnetz, wo erlaubt (Faustregel), Als Köderfisch für Dorsch, Wolfsbarsch, Makrele und Hornhecht (Faustregel)

Köder: Herings-Paternoster mit kleinen Glitzerfliegen, Kleine Fischhautfetzen am Paternoster, Sehr kleiner Gummi-Fliegenhaken, Garnelenstückchen

Abends und nachts, wenn die Schwärme an die Oberfläche steigen (FishBase, deutsche Wikipedia); im Frühjahr und Sommer kommen sie zum Laichen in Küstennähe (FishBase).

Lebensraum und Nahrung

Nordostatlantik von der Nordsee und angrenzenden Gewässern bis zu den Lofoten und westlich der Britischen Inseln, Ostsee, südlich bis Marokko, dazu nördliches Mittelmeer (Golf von Lion, Adria) und Schwarzes Meer (FishBase). In der Ostsee lebt die Unterart Ostseesprotte (S. s. balticus) (deutsche und englische Wikipedia). Schwärme im freien Wasser in 10 bis 150 m Tiefe, oft küstennah und in Flussmündungen, verträgt Salzgehalte bis hinunter auf 4 Promille; nachts steigt sie an die Oberfläche (FishBase, englische Wikipedia).

Planktonkrebse, vor allem Ruderfußkrebse (Copepoden) wie Calanus, Pseudocalanus und Temora; Jungfische fressen deren Eier und Larven sowie Kieselalgen (englische Wikipedia, FishBase).

Größe und Alter

FishBase: max. 25,1 cm (Standardlänge), üblich 12,0 cm, Höchstalter 6 Jahre. Die englische und die deutsche Wikipedia nennen höchstens 16 cm, meist 8 bis 12 cm (englische Wikipedia). Bei der Maximallänge weichen die Quellen deutlich ab.

Schutz und Regeln

Schutzstatus: IUCN: nicht gefährdet (Least Concern, bewertet 2018; FishBase). In den deutschen Küstenverordnungen nicht genannt: weder in Anlage 1 KüFVO Schleswig-Holstein noch in § 4 KüFVO M-V oder § 6 NKüFischO Niedersachsen. Die EU legt für die Sprotte nur Fangmengen für die Berufsfischerei fest (VO (EU) 2025/2454 für die Ostsee, VO (EU) 2026/249), keine Regel für Angler. Mindestmaß und Schonzeit sind je Land und Revier geregelt; geprüft am 21.10.2026. Wer Sprotten mit Netz oder Senke als Köderfisch fangen will, braucht dafür die Erlaubnis nach Landesrecht (Faustregel, im Revier prüfen).

Für diese Art haben wir in keiner Landesfischereiverordnung ein Mindestmaß oder eine Schonzeit gefunden. Gewässerordnungen können trotzdem etwas regeln.

Regeln prüfen

Schonzeit und Mindestmaß sind Ländersache und können je Gewässer strenger sein. Alle Regeln je Bundesland, mit Gesetzestext

In der Küche

Fettreich und wichtiger europäischer Speisefisch: geräuchert als Kieler Sprotten, eingelegt im Baltikum als Revaler Killo, gesalzen als (unechte) Anchovis; in Mehl gewälzt und gebacken (deutsche Wikipedia). Konserven geräucherter Sprotten gibt es in vielen Ländern Europas (englische Wikipedia).

Quellen (6)

Stand 2026-10-22. Fehler gefunden? Schreib uns an [email protected].

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